Förderpreis der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg geht an Anne-Christin Stroje

Die Auszeichnung ist mit 8.000 Euro sowie einer Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg mit begleitender Publikation dotiert. Die Künstlerin wurde 1992 in Wilhelmshaven geboren und lebt heute in Oldenburg. Die Wahl fiel nach intensiver Diskussion, aber sie fiel am Ende einstimmig aus. Den diesjährigen Förderpreis der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg erhält Anne-Christin Stroje. Die Künstlerin ist 27 Jahre jung und erhält die renommierte Auszeichnung in der Sparte "Fotografie". Erfreut zeigte sich die Jury über die hohe Zahl und die Glaubwürdigkeit der eingereichten Bewerbungen und die damit verbundene hohe Qualität der dargelegten Arbeiten. Anne-Christin Stroje studierte seit 2012 Fotografie und Medien an der Fachhochschule in Bielefeld. In den Jahren 2016/17 führte sie ihr akademischer Weg nach Italien, wo sie Auslandsemester an der Fakultät für Design an der Freien Universität Bozen verbrachte. Konsequent schloss sie ihr Studium 2018 mit dem Bachelor of Art an der Hochschule in Bielefeld ab. Seit 2013 zeigt sie sehr erfolgreich ihre Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen (Leipzig, Hamburg, Hannover, Bielefeld, Bozen). Die neue Preisträgerin stellt ihre Bewerbung unter das Thema 'Heimat', wobei sie sich in den eingereichten Arbeiten mit dem südspanischen Küstenort Orihuela Costa be-fasst. In den letzten 20 bis 30 Jahren ist aus der ehemals brachen, fast wüstenähnlichen Landschaft eine künstlich erzeugte Ferienlandschaft entstanden. Während die meisten Deutschen 'Heimat' mit dem Ort verbinden, wo sie aufwuchsen oder an dem vielleicht ihre Eltern noch leben, interpretieren die vor Ort lebenden Europäer den Begriff 'Heimat' freier. Im Grunde passen sie die vorgefundene Heimat an und nicht umgekehrt. Frau Stroje zeigt in ihren Fotografien eine ganz eigene Wirklichkeit des Ortes, stereo-type Wohngebiete mit unterschiedlichen Gebäudetypen, Gemeinschaftspools und gepflegten Straßen. Saubere Vorgärten mit liebevoll inszenierten Skulpturen und Pflanzen. Zudem: Man versteht sich, ohne die gleich Sprache sprechen zu müssen. Die Künstlerin wird für die Expossion im Mai 2019 im Stadtmuseum Oldenburg diese und neue weitere Arbeiten präsentieren. Stroje zeigte sich gestern sehr erfreut: "Wow! Ich freue mich wirklich sehr darüber und es ist schön, dass meine Arbeiten in dokumentarischer und künstlerischer Hinsicht so gut angekommen sind". Der Jury gehörten in diesem Jahr an: die Leiterin 'Fotografie und Medien' im Sprengel Museum Hannover Inka Schube, die Unternehmerin und Sammlerin Monika Schnetkamp, der Leiter der NWZ-Kulturredaktion, Dr. Reinhard Tschapke, Herr Dr. Friedrich Scheele sowie Jürgen Müllender, Mitglied des Vorstandes der Öffentlichen Oldenburg. Der Förderpreis der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg war 2019 für die Sparte Fotografie ausgeschrieben. Die Kulturstiftung der Öffentlichen hat den mit 8.000 Euro dotierten Preis vor nunmehr 17 Jahren erstmals vergeben, um noch nicht arrivierte und abgesicherte junge Künstler ausfindig zu machen und junge künstlerische Positionen, die nicht Bekanntes umspielen, sondern neues Terrain suchen, zu präsentieren. Der Preis soll junge Künstler der Region zu künstlerischer Innovation ermutigen. Er ist damit nicht zuletzt auch Werbung für die „Kunstregion Oldenburger Land“. Der Preis wird alternierend für die Sparten Malerei, Fotografie und Skulptur/Installation ausgeschrieben.