14. Internationale Tanztage in Oldenburg vom 10. bis 19. Mai 2019

Einmal mehr richtet das Oldenburgische Staatstheater ein fulminantes Festival aus, das Zuschauer aus ganz Deutschland anzieht.Elf hochkarätige Ballett- und Tanzkompanien zeigen in diesem Jahr ihr Können. Tanz ist jedoch eine Ausdrucksform, die mehr beinhaltet als nur tänzerische Virtuosität. Jede Tanzform besitzt ihre kulturellen Wurzeln, hat eine geschichtliche Herkunft. Die TänzerInnen und ChoreografInnen thematisieren diese Wurzeln - und ihre Visionen in die Zukunft.  Zu den Programmhöhepunkten des Festivals gehört die GROUPE ÈMILE DUBOIS/COMPAGNIE JEAN-CLAUDE GALLOTTA. 11 TänzerInnen zeigen die Geschichte der Rockmusik und der Frauen im Rockbusiness auf. "Anfang der 50er-Jahre taucht in den USA ein musikalisches Genre auf, das aus Rythm and Blues und Country Music entstand. Man nennt es Rock'n'Roll, nach einem Ausdruck, der im Slang amerikanischer Musiker 'Sex haben' bedeutet. Das zeigt schon, wie sehr diese Musik auch jenseits der Bühne die Umgangsformen befreien und eine ganze Generation mit neuem Atem erfüllen sollte. Die unerhärten neuen Rhythmen begleiteten meine Jugendträume. Vielleicht überwand ich mit ihrer Hilfe meine existentielle Angststörung und fand Antwort auf die Frage: Was fange ich mit meinem Leben an? So beschreibt Choreograf Jean-Claude Gallotta die Intensionen seines Stückes "MY ROCK". 1950 in Grenoble geboren, gelingt Gallotta die Identitätsbeschreibung einer Generation, die sich mit der vorgefundenen Gesellschaft nicht identifizieren konnte und wollte. Mit emblematischen Titeln von Elvis Presley, Leonard Cohen, The Rolling Stones, Bob Dylan, The Velvet Underground, The Beatles und The Who beschwört das Stück "MY ROCK" diese Zeit wieder herauf. Die Vorstellungen finden am 16. und 17. Mai im Großen Haus des Staatstheaters statt. 

Am 18. und 19. Mai folgt "MY LADIES ROCK" mit Musik von Wanda Jackson, Aretha Franklin, Joan Baez, Nina Hagen und Tina Turner. Rockmusik galt ursprünglich als reine Männersache. Den Frauen kam die Rolle der Muse oder eines schwärmerischen Groupies zu, bis die ersten Rockerinnen es wagten, die Grenzen der ihnen zugedachten Rollen aufzusprengen. Manche prallten gleich gegen verschlossene Türen, andere gerieten in Vergessenheit. Diejenigen, die es schafften, wie Aretha Franklin, Janis Joplin, Patti Smith und ihre Erbinnen, zählen heute zu den Legenden der Musikgeschichte. So erzählt "MY LADIES ROCK" vom weiblichen Rock, der weniger im Rampenlicht steht als der Rock der Männer, aber genauso fruchtbar, wenn nicht sogar spannender ist, da er mit dem aktuellen Kampf für Frauenrechte verbunden ist, der noch lange nicht vorbei ist.