...wie froh ich aus tiefstem Herzen bin...

Jubiläumsausstellung zum zehnjährigen Bestehen der Galerie Luzie Uptmoor

Mit einem Festakt wird am Sonntag, den 26. November 2017, in Lohne eine neue Ausstellung eröffnet, die sich umfassend mit Künstlerinnen der Region beschäftigt. „. . . wie froh ich aus tiefstem Herzen bin, malen zu können – Luzie Uptmoor und Malerinnen ihrer Zeit aus dem Oldenburger Land“ lautet der Titel der Schau, in der die Bilder von Luzie Uptmoor (1899-1984) in einen spannenden Dialog mit Werken von 17 Künstlerkolleginnen treten. Rund 40 Exponate geben einen breiten Überblick über das künstlerische Schaffen von Frauen im Oldenburger Münsterland. Die Ausstellung erzählt von ihrem jeweiligen Lebensweg und fragt nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Welchen Themen haben sich die Künstlerinnen angenommen? Wer waren ihre Vorbilder? Um 1900 abfällig als „Malweiber“ bezeichnet, griffen sie gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz in einer Zeit zum Pinsel, als der Kunstbetrieb noch von Männern bestimmt wurde. Manche der Malerinnen sind in Vergessenheit geraten. Umso spannender ist der Rundgang durch die Ausstellung, die aus heutiger Perspektive eine Neubewertung verspricht und die weiblichen Kunstschaffenden wieder in den kunstgeschichtlichen Kanon der Region einreiht. Während der aus Brake stammende Georg von der Vring als Schriftsteller und Maler sehr bekannt ist, blieb das Werk von Therese von der Vring (1894-1927) nahezu unbeachtet. Keine zwanzig Jahre alt, bewarb sie sich an der Königlichen Kunstschule in Berlin, wo sie 1913 angenommen wurde. Dort lernte Therese ihren späteren Ehemann, Georg von der Vring, kennen. 1916 bestand sie die Prüfung zur Zeichenlehrerin, 1921 schloss sie sich der Künstlervereinigung „Die Barke“ an und stellte ihre Werke im Oldenburg Augusteum aus. 1927 starb die Künstlerin 32-jährig an Tuberkulose. Nur sehr wenige Bilder von ihr sind erhalten. Die jüngere Eva Simmat (1923-1993) hatte es nicht viel leichter. In Tilsit geboren, strebte sie trotz der Vorbehalte ihrer Eltern eine berufliche Ausbildung als Kunstmalerin an und ging 1941 nach Dresden, um an der Kunstakademie zu studieren. Als der 2. Weltkrieg 1944 auch Tilsit erreichte, floh sie mit der Familie in Richtung Westen und fand in Oldenburg eine neue Heimat. Zu ihren ersten Erfolgen als freischaffende Künstlerin gehörte 1957 ein Stipendium für eine Studienreise vom Oldenburger Kunstverein, das sie nach Spanien führte. Landschaften, Stadtansichten und Stillleben waren ihre bevorzugten Motive. Ein Beispiel ist das Ölgemälde „Wiesen in Osternburg“. Aus Schweewarden, zwischen Butjadingen und Bremerhaven gelegen, stammt Emy Rogge (1866-1959). Die Bankierstochter lernte bei dem Kreyenbrücker Maler Gerhard Bakenhus und besuchte die Malschulen von  Paul Müller-Kaempff in Ahrenshoop und Georg Müller vom Siel in Dötlingen. Ihr Malstil war impressionis­tisch, wie das Selbstportrait zeigt. Ab 1902 arbeitete sie im Berliner Kaiser Friedrich Museum, dem heutigen Bode-Museum, als Kopistin Alter Meister, hielt aber zu Oldenburg weiterhin Kontakt und war Mitglied im „Oldenburger Künstlerbund“. Wie haben es die anderen Frauen geschafft, ihren künstlerischen Weg zu gehen? Energie und Willenskraft waren gefragt, galt es doch, sich gegen die Vorurteile am kreativen Vermögen zu wehren. „Immer das Beste aus seinem Leben machen“, zitierte Luzie Uptmoor einst Paula Modersohn-Becker in einem Brief aus Paris an ihre Schwester Lotty. Immer das Beste machen, kann auch als das Motto der Galerie Luzie Uptmoor gelten, die im Herbst 2007 eröffnet wurde. Seit zehn Jahren widmen sich die Luzie-Uptmoor-Stiftung Lohne und der Freundeskreis Luzie Uptmoor dem Lebenswerk von Künstlerinnen und Künstlern, die in Lohne geboren sind oder ihre Wirkungsstätte im Ort gehabt haben. Zur kommenden Jubiläumsausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der die Künstlerinnen näher vorstellt.