Rund ums Wort

VI. Berner Bücherwochen in der Wesermarschgemeinde

Um die Themen Frieden und Alltag kreisen in diesem Jahr die Berner Bücherwochen. Bis zum 17. Dezember 2017 finden in der Wesermarschgemeinde spannende Lesungen und Vorträge statt. Die Vorbereitungen für die Lesungen haben es in sich, denn die Bücher werden eigens dazu erst gemacht. In einer öffentlichen Ausschreibung werden alle literaturinteressierten Menschen eingeladen, mit eigenen Texten teilzunehmen. Von Berne aus gerät der Aufruf in die Literaturforen ins Internet, um sich weltweit zu verbreiten. Im Jahr 2008 erstmals veranstaltet, lautet das Motto der diesjährigen Ausschreibung “FRIEDENLIEBEN“. Rund 1.200 Einsendungen kamen aus allen Richtungen – Skandinavien, Österreich, Türkei oder USA. Aus den Einsendungen entstand ein dickes Buch, in dem ausgewählte Schriften zusammengefasst sind. Darunter befinden sich Gedichte von Laien ebenso wie Essays von Literaturpreisträgern. Weil die Resonanz auf die Ausschreibung besonders vor Ort stetig wächst, wurde eine zweite Ausschreibung für den Großraum Wesermarsch ins Leben gerufen, erzählt Reinhard Rakow, Leiter der Berner Bücherwochen. Hier lautet das aktuelle Thema „ALLTAG, ALLTAG, JEDER TAG“. Dazu erscheint ebenfalls eine ­Blütenlese in Buchform. Hinzu kommen noch drei Buchprojekte in Schulen. Aus allen fünf ­Büchern wird an ungewohnten Orten vorgelesen, sei es in heimischen Wohnzimmern oder im Laden an der Ecke. Wortreich sind auch die Vorträge eingeladener Schriftsteller, Journalisten und Wissenschaftler. Zu den Gastrednern gehört Dr. Thomas Lehr (Bild), Träger mehrerer bedeutender Literaturpreise. Gerade veröffentlicht er sein neues Buch „Schlafende Sonne“, das ihm noch die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2017 einbrachte. Sein Vortrag am 8. Dezember um 19.30 Uhr in der Kulturmühle Berne trägt den Titel „Der Mensch dem Menschen (k)ein Wolf“. Zwischen den Zeilen gibt es noch Musik. In der Konzertkirche am Warflether Deich spielt am 19. November das Asasello Quartett mit der Sopranistin Eva Resch und am 17. Dezember tritt zum Ausklang der Bücherwochen die US-amerikanische Pianistin Nina Tichman auf. Mit ihr kommt Hannelore Hoger auf die Bühne, die Erzählungen von Robert Walser lesen wird.